Handwerk will Steuerbonus für Leistungen behalten
Das Thüringer Handwerk kritisiert Pläne, Handwerkerrechnungen zukünftig erst ab 300 Euro steuerlich absetzbar zu machen. "Dieser Vorschlag springt deutlich zu kurz. Unserer Auffassung nach stimuliert der Steuerbonus die Binnennachfrage“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek, am Mittwoch in Erfurt.
Der Anstieg privater Nachfrage sei nicht allein dem konjunkturell guten Umfeld geschuldet, sondern der Steuerbonus habe auch als Investitionsmotivation gedient, fügte er hinzu. Malcherek forderte daher, vor einer Sockelbetragseinführung die geplante Evaluierung zu den Auswirkungen des Instruments abzuwarten. Malcherek verwies zudem auf Berechnungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, wonach sich bei dem Steuerbonus ein Selbstfinanzierungseffekt von rund 80 Prozent ergibt, wenn lediglich ein Drittel der bisher schwarz ausgeführten Arbeiten durch den Bonus wieder legal erledigt würden.
Bund und Länder hatten im Rahmen des Konjunkturpakets II beschlossen, die Wirkung des damals verbesserten Steuerbonus zu untersuchen. Die dafür notwendige Datengrundlage, die Einkommenssteuerstatistik 2008/2009, liegt allerdings noch nicht vor. Bisher gibt es nur die Daten für die Jahre 2006/2007.
20.06.2012
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