30.07.2010
Ausgebliebene Niederschläge und Hitze beeinträchtigen offenbar die diesjährige Getreideernte in Thüringen. Nach ersten Schätzungen wird mit einer durchschnittlichen Ertragsleistung von 6,3 Tonnen je Hektar (t/ha) eine Getreideernte (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) erwartet. Der Flächenertrag läge damit um knapp 12 Prozent unter dem Vorjahresniveau (2009: 7,1 t/ha).
Das langjährige Mittel von 6,8 t/ha werde um 7 Prozent verfehlt, teilte das Landesamt für Statistik am Freitag in Erfurt mit. In diesem Jahr steht nach noch vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung 2010 das Getreide auf 373.600 Hektar Nutzfläche. Absolut wird mit einem Gesamtertrag von 3,4 Millionen Tonnen Getreide gerechnet.
Für Winterweizen, der auf 228.200 Hektar angebaut wurde, wird ein Flächenertrag von 6,6 Tonnen geschätzt. Die Ertragsleistung würde damit um 12 Prozent unter dem Vorjahr (7,5 t/ha) und um 9 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel (2004/2009: 7,3 t/ha) liegen. Die Erntemenge wird nach jetzigen Berechnungen 1,5 Millionen Tonnen betragen.
Für Roggen einschließlich Wintermenggetreide wird ein Ertrag von 6,3 t/ha eingeschätzt (2009: 7,1 t/ha; 2004/2009: 6,6 t/ha) und eine Erntemenge von 73.500 Tonnen errechnet. Diese Getreideart steht 2010 auf 11.600 Hektar.
Wintergerste, die zurzeit geborgen wird (Anbau 2010: 67.300 Hektar), bringt aktuell einen Flächenertrag von 6,6 Tonnen und eine Erntemenge von 441.600 Tonnen. 2009 wurde die Ernte der Wintergerste mit einem Ertrag von 7,5 t/ha abgeschlossen. Im Durchschnitt der vorangegangenen 6 Jahre wurden 6,9 t/ha erreicht.
Sommergerste wird mit 5,0 t/ha einen um 9 Prozent niedrigeren Flächenertrag bringen als im Vorjahr (2009: 5,5 t/ha) und das langjährige Mittel von 5,2 t/ha um knapp 5 Prozent verfehlen. Nach ersten Berechnungen wird von einer Anbaufläche von 35.100 Hektar eine Ernte von 174.300 Tonnen festgestellt.
Hafer steht 2010 auf 5100 Hektar und erreicht voraussichtlich einen Ertrag je Hektar von 4,1 Tonnen. Die Ertragsleistung liegt damit um nahezu ein Viertel unter der von 2009 (5,3 t/ha) und um 17 Prozent unter dem langjährigen Mittel (2004/2009: 5,0 t/ha). Es wird mit einer Gesamterntemenge von 20.800 Tonnen gerechnet.
Mit einem erwarteten Flächenertrag von 5,8 t/ha wird Triticale, eine Kreuzung zwischen Winterweizen und Roggen, das durchschnittliche Ertragspotential der Jahre 2004 bis 2009 um 7 Prozent und den Ertrag des Vorjahres um 9 Prozent unterschreiten. Insgesamt werden nach den vorläufigen Ergebnissen von 14.100 Hektar Anbaufläche 81.400 Tonnen Triticale geerntet.
Auch bei Winterraps werden mit 3,6 t/ha unterdurchschnittliche Ernteerträge erwartet.
Das Ertragsniveau des Vorjahres (4,2 t/ha) wird um 14 Prozent und das langjährige Mittel (3,7 t/ha) um 3 Prozent unterschritten. Nach den Ergebnissen der Junischätzung wird mit einer Gesamternte von 436.400 Tonnen gerechnet. Der Anbau von Winterraps erfolgte in diesem Jahr auf 120.100 Hektar.
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